„Ins Gurkerlglas g’schaut“

Bei einem Mostheurigen kommt es schon mal vor, dass man zu tief ins Glas schaut. Ich habe auch hineingeschaut, aber nicht ins Mostglas, sondern ins Gurkerlglas im Erdkeller.

Opa August ist der Einweck-Spezialist am Hof und ist ein wandelndes Lexikon, wenn es um die Haltbarmachung von Essiggurken geht.

Die Vorgangsweise ist immer dieselbe.

In der Nähe vom Moserhof gibt es einen Marchland-Bauern der Essiggurken für eine große Handelskette anbaut. Sind die Gurken aber zu groß gewachsen, heißt es normalerweise ab auf den Kompost. Der Handel kann sie nicht mehr übernehmen, da sie nicht in ein herkömmliches Gurkenglas passen.

 

 

An diesem Punkt kommt Opa August ins Spiel. Er holt sich die sogenannten 3er Gurken und verarbeitet sie. Die Zahl drei beschreibt in diesem Fall die Größe, die sogenannte Klassifizierung der Gurken. Er zerteilt die Gurken der Länge nach, gibt Zwiebeln, Pfefferoni, Chili, Essigkraut und viele andere Zutaten hinzu und füllt die Gläser mit eigenem Einmachessig, verfeinert mit Zucker und Salz. Die genauen Rezeptzutaten sind sein Geheimnis. Dann werden die Gläser eingeweckt und warten im nostalgischen Rübenkeller auf den Verzehr.

Einwecken? Das bedeutet nichts anderes, als die Gläser zwischen 80 und 100 Grad im Ofen oder Dampfgarer zu erhitzen. Die Luft und der Wasserdampf dehnen sich im Glas aus und es entsteht ein Überdruck. Beim Abkühlen ziehen sich die Luft und der Wasserdampf wieder zusammen. Ein Vakuum wird gebildet, das den Deckel luftdicht verschließt. Voilá, so schnell geht’s!

Die Essiggurken-Veredelung ist Augusts Leidenschaft. 300 Gläser macht er nahezu jedes Jahr. Die Gäste freut’s natürlich und sie sind vom Geschmack begeistert.

Ein Hof am Donauradweg

 

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