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Geschichte und Erhaltung des Denkmalhofes „Kaspergut“

Geschichte und Erhaltung des Denkmalhofes „Kaspergut“

Der Urlaub am Bauernhof Betrieb Kaspergut ist ein denkmalgeschützter Dreiseithof, der erstmal um 1780 namentlich erwähnt wurde. Die Geschichte und Erhaltung des Denkmalhofes ist eine spannende Aufgabe.

 

 

Von außen würde der Hof mit seinen qualitätsvollen, zweigeschossigen Holzbalkonen und Zimmermannsarbeiten auch gut nach Salzburg oder Tirol passen. Wirft man einen Blick rund um den Hof, sieht man, dass die Anlage nach Süden offen ist und sich in der Mitte ein rechteckiger Innenhof befindet. Das Wohnhaus wirkt trotz alledem selbstständig. Ehrlich gesagt – mit so einer Hofarchitektur rechnet man in dieser Region wirklich nicht. Die Vorderansicht des Hofes ist mehr als ausdrucksstark und weckt die Neugierde, wie es in den Innenräumen aussehen könnte.

  • Hofrundgang am Kaspergut
  • Kaspergut Innviertel Urlaub am Bauernhof
  • 0585
  • 0397
  • Urlaub am Bauernhof Kaspergut im Innviertel
  • Urlaub am Bauernhof Kaspergut im Innviertel
  • Urlaub am Bauernhof Kaspergut im Innviertel
  • Denkmalhof Kaspergut im Innviertel

 

Der Hof-Rundgang mit Elisabeth startet im ehemaligen Ross-Stall. Bereits im Vorraum wurden viele bäuerliche Schmuckstücke aus vergangener Zeit gekonnt platziert.

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„Das Vergangene zu bewahren und den Hof in seiner ursprünglichen Schönheit zu revitalisieren, das war und ist Hans und mir bei den Renovierungsarbeiten besonders wichtig“, erzählt Elisabeth.

Kaspergut Innviertel Urlaub am Bauernhof

Auf die Frage, ob ihr Bruder Hans und sie den Hof geerbt haben, schmunzelt sie: „Nein, nein –  wir sind als Geschwisterpaar sozusagen Quereinsteiger in der Landwirtschaft, sogenannte „Zuagroaste“ (Zugezogene) aus Salzburg und haben das Kaspergut gemeinsam erworben.“

„Mehr oder weniger haben wir „die Katze im Sack“ gekauft,“ lachen die beiden. Die ehemaligen Bauersleut konnten den Hof wirtschaftlich nicht mehr erhalten und haben das Kaspergut über einen Immobilienmakler veräußert. Einige Jahre zuvor hatte Hans bereits fünf Hektar Wald von dem gleichen Besitzer gekauft – wodurch das Kaufinteresse für das Gebäude noch stärker wurde. Ein klitzekleiner Fehler hat sich allerdings eingeschlichen: die Geschwister haben den Hof vor dem Erwerb nicht mehr von Innen geprüft.

Bei der ersten Begutachtung traute Hans seinen Augen nicht. Die Vorgänger hatten sämtliche Lebensutensilien gehortet, die Räume damit aufgefüllt und zugepflastert. Eine gewisse Ordnung in das Geschehen zu bringen und überlegt aufzuräumen, dauerte einige Monate.

Dennoch schafften die Geschwister es, den gesamten Wohnbereich mit viel Eigeninitiative und kreativem Geist zu sanieren. Überall wurde selbst Hand angelegt, ob bei den hölzernen Kastenfenstern, beim Bodenpflaster, bei den Malerarbeiten oder bei der Restaurierung antiker Einrichtungsstücke. Der Aufbewahrungsdrang der Vorgänger hatte im weitesten Sinn auch seine Vorteile: ein wahrer Fundus an Antiquitäten und gut erhaltenen Schriftstücken blieb erhalten. Und diese ehrenvollen Gegenstände tragen bis heute zu einem stimmigen Hofambiente bei.

  • 0500
  • Alter Bauernkasten am Urlaub am Bauernhof Kaspergut im Innviertel
  • 0817
  • Altes Tischchen clever genützt am Kaspergut im Innviertel
  • 0848
  • Hausgemachtes vom Urlaub am Bauernhof Kaspergut im Innviertel
  • Besticktes Wandtuch am Urlaub am Bauernhof Kaspergut im Innviertel
  • Besticktes Wandtuch am Urlaub am Bauernhof Kaspergut im Innviertel
  • Liebevolle Deko am Urlaub am Bauernhof Kaspergut im Innviertel
  • Alte Eingangstür am Kaspargut im Innviertel
  • Hausbankerl mit Klapptisch am Kaspergut im Innviertel
  • Alte Schriften am Denkmalhof Kaspergut im Innviertel
  • Einfache Einrichtung am Kaspergut im Innviertel
  • Gemütlicher Ohrensessel am Kaspergut im Innviertel

 

Eines ist klar: es braucht viel Fingerspitzengefühl, um zusätzlich Inventar zu finden, das zum Hofstil passt – und das haben Hans und Elisabeth allemal. Mittlerweile ist es so, dass Freunde und Bekannte die Geschwister informieren, wenn ein alter Hof ausgeräumt wird. Dann heißt es oftmals: „Wollt ihr nicht vorbeikommen? Vielleicht ist eine Kostbarkeit für euch dabei.“

 

Erhaltung und Bewirtschaftung des Denkmalhofes

„Ohne die Mithilfe der Eltern hätten die Aufbaujahre des Kaspergutes nie so funktionieren können“, erzählt Hans. Papa Stefan, der talentierte Maurer, und Mama Anna, die herzhafte Köchin, haben einen wesentlichen Beitrag zur Hofgestaltung beigetragen.

Kaspergut Innviertel Urlaub am Bauernhof

 

Neue Bereiche wie eine Ferienwohnung, ein Verarbeitungsraum und ein Dörrhäusl wurden geschaffen.

  • Gemütlichkeit am Urlaub am Bauernhof Kaspergut im Innviertel
  • Brotbackofen am Urlaub am Bauernhof Kaspergut im Innviertel
  • Wirtschaftshaus am Urlaub am Bauernhof Kaspergut im Innviertel

Gastgeber Hans hält sich auch gerne in der eigenen Holzwerkstatt auf und produziert dort seine hochwertigen Kastenfenster, schleift robuste Holzböden aus Nadelholz oder fabriziert andere wichtige Dekostücke für den Hof. Man kann behauptet, dass Hans so etwas wie ein Holz-Designer ist, der jedem Stück seine eigene Handschrift verleiht.

  • Fensterladen am Urlaub am Bauernhof Kaspergut im Innviertel
  • Holzwerkstatt am Urlaub am Bauernhof Kaspergut im Innviertel

 

Elisabeth hat das perfekte Auge für Einrichtungsgegenstände und liebevolle Zierstücke. Sie schafft damit ein harmonisches Gesamtbild im Landhausstil. Ihr grünes Händchen beweist sie im Bauerngarten, der in voller Pracht erstrahlt und viele Pflanzenschätze zum wachsen  und blühen bringt.

  • Wassereimer im Bauernarten am Urlaub am Bauernhof Kaspergut im Innviertel
  • Bauerngarten am Urlaub am Bauernhof Kaspergut im Innviertel
  • Bauerngarten am Urlaub am Bauernhof Kaspergut im Innviertel
  • Bauerngarten am Urlaub am Bauernhof Kaspergut im Innviertel

Wie wird ein Hof zum Denkmalhof?

Das ist in der Tat eine spannende Frage.

Kaspergut Innviertel Urlaub am Bauernhof

Elisabeth hat sofort eine Antwort parat und kann hier natürlich aus eigener Erfahrung erzählen. Zu einem Denkmalhof wird man, wenn das Gebäude vom Bundesdenkmalamt als erhaltenswert befunden wird. Das Kaspergut erhielt dieses Anrecht 1998 und steht seither unter Denkmalschutz. Diese Kennzeichnung ist ebenso im Grundbuch verankert. Gebunden an den Denkmalschutz kann das Gebäude aber auch nicht einfach abgerissen oder in seiner Bauart verändert werden. Ö-Normen brauchen Elisabeth und Hans Gott sei Dank nicht einhalten, denn in einem denkmalgeschützten Gebäude können Stufen, Türen oder andere Baustrukturen in ihrer Eigenheit erhalten bleiben. Größere Personen müssen sich bei gewissen Türstöcken daher schon mal bücken, um die Stirn zu schonen.

Elisabeth und Hans war es immer ein Anliegen, den Denkmalhof für andere zugänglich zu machen. Ihre Lebenseinstellung, altes Kulturgut zu erhalten, die Vielfalt zu bewahren und eine naturnahe, möglichst unabhängige Bewirtschaftung des Hofes zu sichern, ist für sie eine Herzensangelegenheit. Diese Haltung geben sie auch gerne an Interessierte weiter. Einmal im Jahr, am „Tag des Denkmals“, öffnet das Kaspergut seine Tore und gewährt besondere Einblicke. Auch die Anerkennung „Bleibende Werte für’s Innviertel“ haben die beiden heuer beim „Tag der offen Tür“ verliehen bekommen.

 

Kaspergut Innviertel Urlaub am Bauernhof

Während den, über den Tag verteilten, Gespräche kommen die naturnahe Kreislaufwirtschaft und die Versorgung mit eigenen Lebensmitteln oftmals zur Sprache. Wie gut es sei, sich mit selbstgemachten Produkten zu versorgen und welch‘ ein Privileg es ist, diese Möglichkeit zu haben. Auch andere profitieren davon! Alles, was die Familie nicht selbst verwertet kann, wird an umliegende Konsumenten weitergegeben.

  • Selbsgemachtes am Urlaub am Bauernhof Kaspergut im Innviertel
  • Selbstgemachte Marmelade am Urlaub am Bauernhof Kaspergut im Innviertel
  • Selbstgemachter Saft am Urlaub am Bauernhof Kaspergut im Innviertel
  • Frische Jause am Urlaub am Bauernhof Kaspergut im Innviertel
  • Mangalitza-Speck am Urlaub am Bauernhof Kaspergut im Innviertel

 

Fünf Hektar Wald liefern nicht nur Brennholz, sondern werden auch für die Wohnraumgestaltung und Außenerhaltung des Hofes eingesetzt.

Kaspergut Innviertel Urlaub am Bauernhof

Die Futterversorgung für die Tiere ist mit zwei Hektar Grünland gesichert. Zweimal im Jahr werden die Wiesen gemäht und daraus duftendes Heu gewonnen. Hier kann es schon mal vorkommen, dass die sonst so ausgeglichene, ruhige Art der ganzen Familie ins Wanken gerät – besonders, wenn am Himmel schwarze Wolken aufziehen. Hans grinst: „Unsere nostalgischen Maschinen und Fahrzeuge sind etwas langsamer gepolt und da muss man schon etwas mehr Zeit einplanen“. In solchen Situationen hilft dann der Nachbar schnell aus und presst das Heu zu Ballen.

Bio-Arche-Hof

Als geführter Bio-Arche-Hof liegt den Geschwistern die Gen-Erhaltung und die Vielfalt alter Haustierrassen sehr am Herzen. Eine bunte Mischkulanz gibt es daher am Hof: Wollschweine, mehrere Pinzgauer Strahlenziegen, eine Pfauenziege und viele große und kleine Surmtaler Hendln beobachten die Gäste während der Hofbesichtigung.

  • Glückliches Mangalitza Schwein am Kaspergut im Innviertel
  • Glückliches Mangalitza Schwein am Kaspergut im Innviertel
  • 0381
  • 0691
  • 0703
  • Kaspergut Innviertel Urlaub am Bauernhof
  • Strahlenziege am Urlaub am Bauernhof Kaspergut im Innviertel
  • Strahlenziege am Urlaub am Bauernhof Kaspergut im Innviertel

Hier spürt man förmlich die Zuneigung zwischen Bauersleuten und ihren Tieren. Kaum haben Elisabeth und Hans den Stall betreten, kommen die Zwei- und Vierbeiner herbei, schnuppern, grunzen, meckern und springen am Gatter auf Augenhöhe empor, in der Hoffnung auf das eine oder andere Leckerli. Auch die miauenden Artgenossen auf vier Pfoten drücken sich mit einem schnurrenden Schmusegruß am Bein entlang.

Wenn das nicht ethische Tierhaltung ist….


Team-Work – das Geschwisterpaar Elisabeth und Hans

Kaspergut Innviertel Urlaub am Bauernhof

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