Thurnergut Urlaub am Bauernhof Spital am Phyrn

Auf geht’s zur Arlingalm

Als studierter Forstwirt nimmt mich Bauer Sigi vom Biohof Thurnergut gerne mit auf die Arlingalm im Nationalpark Kalkalpen, wo die gutmütigen Pinzgauer- und Tuxerochsen grasen. Fesch in Lederhose gekleidet und mit Hut und Rucksack bewaffnet, geht es für uns hoch hinaus auf 1500 Meter.

Almbesuch mit Forstwirt Sigi

Während der Fahrt erzählt mir Sigi so einiges über die Almwirtschaft – wie mühevoll die Bewirtschaftung hier oben ist und dass immer weniger Bauern diese Anstrengung auf sich nehmen wollen. Vor 25 Jahren hat es noch gut über 1.000 Almbauern gegeben, heute sind es nur mehr 600. Das stimmt mich nachdenklich – die Anzahl hat sich innerhalb einer Generation fast um die Hälfte reduziert! Arbeiten wie das Zäunen, das Vieh für den Transport vorbereiten, die Waldweide erhalten, Unkräuter herausstechen und regelmäßig nach den Tieren sehen, zählen zu den Tätigkeiten eines leidenschaftlichen Almbauers. „Ab und zu kostet es einfach viel Kraft und man muss auch für seine Rechte und die Futterflächen einstehen“, erzählt der frühere Almbeauftragte der Landesregierung Oberösterreichs.

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Hat es früher noch 52 Hektar Weidefläche gegeben für 60 Stück Vieh, so gibt es aktuell nur mehr 48 Hektar für eine gleiche Anzahl an Tieren. Durch den Bewuchs von Wäldern und der neuerlichen Vermessung ging ein Teil der Fläche verloren. Das hatte zur Folge, dass 5 Hektar gerodet werden mussten, um wieder Futterfläche retour zu gewinnen. Schön ist es, dass hier alle Bauernfamilien in Form einer Arbeitsgemeinschaft tatkräftig mitangepackt haben. „Hoit´s zam!“

Thurnergut Urlaub am Bauernhof Spital am Phyrn

urlaub am bauernhof thurnergut

Die Lärchenweide

Beeindruckt von der Aussicht auf den Gebirgszug Warschenek und den Blick ins Tal nach Spital am Pyhrn, kommt die Lärchenweide ins Spiel. Lärchenweide? Sigi hat sofort eine Erklärung für mich parat.

urlaub am bauernhof thurnergut

Das Besondere an der Lärche ist, dass sie Lichtraum zum Boden freigibt. So ist es möglich, dass wertvolle Gräser und Kräuter am Boden gedeihen und viele Tiere dort Nahrung und Lebensraum finden.

Ein Fichtenwald verhält sich hier anders und macht sprichwörtlich zu – es dringt somit kein Licht zur Erde. Um die Weiden im Lärchenwald zu erhalten, ist das „Schwenden“ daher enorm wichtig. Dieser alte forstwirtschaftliche Fachausdruck bezeichnet das Entfernen von Gehölzen und geht mit viel Anstrengung und Arbeit einher.

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Artgerechte Tierhaltung im Vordergrund

Oben auf der Alm angekommen, hören wir schon die Kuh-Glocken der Ochsen läuten. Wir nähern uns schön langsam den Tieren. Der kleine Tuxer-Ochse Willi ist erst seit ein paar Tagen auf der Weide und sucht bei seinen Artgenossen Anschluss. Stramm und kräftig stehen auch die zwei Pinzgauer Ochsen vor mir und fressen sich an den frischen Kräutern und Gräsern satt. Besonders im Frühling ist das Futter sehr eiweißreich und geschmackvoll für die Tiere. Traumhaft, wie die Viecher hier oben im eigenen Rhythmus leben dürfen.

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Zwei Almsommer genießen die Vierbeiner den Auslauf in luftigen Höhen, was sich wesentlich auf die Fleischqualität auswirkt. Die Muskulatur ist durch die ständige Bewegung bestens ausgeprägt und das frische Futterangebot ist eine hochwertige Nahrungsquelle für die Rinder. Familie Ellmauer vermarktet das Natur-Ochsen-Fleisch aus der eigenen Landwirtschaft direkt an den Konsumenten und die Rückmeldungen der Abnehmer sind hervorragend. Einfach ein gutes Gefühl zu sehen, dass Hanni und Sigi auf ein ganzheitliches, achtsames Konzept Wert legen und auch die Umwelt im Blickfeld haben.

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Huch … – schreckhaft sind die Ochsen auch nicht – sie schlendern auf mich zu, beschnuppern mich und finden Gefallen an unserem Besuch. Kein Wunder, Bauer Sigi hat ja einen Kübel mit Leckerlis in der Hand. So sieht artgerechte, wertschätzende Tierhaltung aus!

Von Marterl bis über die Landesgrenze hinaus

Urlaub am Bauernhof Alm Thurnergut

Wir wandern noch ein Stückchen weiter bis wir dieses kleine Marterl erreicht haben. „Früher hat es hier Wallfahrten zu Fuß gegeben von Ardning nach Windischgarsten“, erzählt mir Sigi. Als Andenken wurde dieses Heiligenbild am Arlingsattel platziert. Ein Schritt nach rechts und schwupps-di-wupps bin ich schon über der Landesgrenze in der Steiermark. Der Panoramablick auf den steirischen Ort Ardning ist malerisch und von hier oben sieht alles noch friedlicher und beschaulicher aus.  „Über den Wolken, muss die Freiheit wohl grenzenlos sein“ erklingt es in meinem Kopf.

urlaub am bauernhof thurnergut

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Eine Landschaft zu bewandern hat definitiv seine Reize! Das hat schon Wolfgang von Goethe gewusst: „Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen“.

Aufgepasst Weidevieh!

Ein gelbes Warnschild mit einer Kuh samt Kuhglocke sticht mir ins Auge – darauf steht: „Achtung Weidevieh! Halten Sie unbedingt Distanz. Muttertiere schützen ihre Jungen. Betreten und Mitführen von Hunden nur auf eigene Gefahr“.

Urlaub am Bauernhof Alm Thurnergut

Um das Vieh nicht zu erschrecken, sollte man als Wanderer achtsam sein, Hunde immer an der Leine führen und aus Respekt auf den markierten Wegen bleiben. Als Waldpädagoge weiß Bauer Sigi nur zu gut, wie oft es schon zu Zwischenfällen zwischen Tieren und Wanderern gekommen ist. Vor allem wenn Jungtiere im Spiel sind, wird der Beschützerinstinkt der Muttertiere aktiv. Annähernde Personen können hier schon mal als Bedrohung gesehen werden. In solchen Situationen immer ruhig bleiben, Sicherheitsabstand halten und mit Hausverstand agieren. Ein Wanderstock ist hier empfehlenswert – sollte ein Tier angreifen, kann lautes Zurufen und das Bewegen eines Stocks helfen – das sind gute Praxistipps.

Schön langsam machen wir uns auf den Weg zurück zum Thurnergut, wo Hanni schon aufgeregt auf uns wartet.

Mehr zum Urlaub am Bauernhof am Biohof Thurnergut findest du hier: Urlaub am Biohof Thurnergut in Oberösterreich

Tierische Erlebnisse am Thurnergut

 

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